Die Geigerin von Klaus W. Hoffmann

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Gut recherchiert erzählt Klaus W. Hoffmann in seinem Jugendbuch rund um die Völkerschlacht 1813 vom Leben und Leiden der Zivilbevölkerung in der Dübener Heide. Der Protagonist Christian, der zunächst freiwillig bei den sächsischen Truppen an der Seite des französischen Heers kämpfen will, desertiert. Auf seiner Flucht findet er beim Dorfschullehrer und dessen Schwester Friederike in Laußig Unterschlupf. Doch die Schlacht bei Leipzig wirft ihre Schatten voraus. Dörfer werden geplündert und so müssen Christian und seine Freunde weiterziehen. Doch kein Dorf wird von den Franzosen, Sachsen, Kosaken, die auf Leipzig vorrücken, verschont. Grausamkeiten, Verletzungen, Hunger sind die vorherrschenden Merkmale dieser Zeit.
Christians Erlebnisse, in seinem Tagebuch festgehalten, erzeugen eine Spanne von Gefühlen. Sie reichen von Rache bis zur zart aufkeimenden Liebe zu Friederike. Friederike, die Geigerin, die die Macht der Musik während und nach der Schlacht symbolisiert.

Mit seinem anschaulichen und flüssigen Erzählstil schafft es Hoffmann, den Leser in das Geschehen des Jahres 1813 eintauchen zu lassen. Er wirft moralische Fragen auf und bringt die Völkerschlacht im wahrsten Wortsinn näher. Die "Geigerin" ist gute Literatur im Verständnis von Wissensvermittlung und Unterhaltung.
marie scharon
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